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Labelcheck: Sub Pop

Was lese ich da in der neuen De:bug, großes Dial-Spezial? Pah, Nachmacher! Okay, zum Interview hatte ich die Jungs nicht und es war bei der hohen Qualität des Dial Outputs wohl nur eine Frage der Zeit, bis die mal hier und dort ein bisschen abgefeiert werden. Jetzt aber kein langes Gerede, sondern direkt eingestiegen in den zweiten Teil des Duffbeers-Labelchecks.

Jeder der sich jemals etwas mehr mit Musik in seinem Leben beschäftigt hat, kennt dieses Label selbstverständlich. Alle anderen vielleicht nur die bekannteste Band, die hier je eine Platte veröffentlichte, nämlich Nirvana. Ein Fehler, den es auszubügeln gilt, schließlich wird dem Hörer noch weit mehr geboten. Die Rede ist natürlich von Sub Pop, schon der Name lässt bei vielen das Herz hochspringen und die Verweise zu etlichen tollen Bands und Platten nur so runterrattern. Warum das so ist, versuche ich hier mal kurz zu klären und mit allerhand hörbarem Material zu bestätigen.

Sub Pop Logo

Anfangen hat alles 1979 mit einem Fanzine, das 4 Jahre später zu einer Kolumne in einer Zeitung aus Seattle wurde. Wenig später kam eine Radiosendung hinzu, ein Schritt folgte dem anderen und somit war 1987 mit der ersten EP von Soundgarden der Weg für Grunge und den Erfolg des neu gegründeten Labels Sub Pop geebnet. Spätestens 1991, das Jahr in dem Nirvana groß wurden, war der Sound of Seattle nicht mehr aufzuhalten und Sub Pop musste aufstocken. Schon kurze Zeit später, also innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre, hieß es, dass das Label pleite wäre. Man musste Anteile an Warner Bros. verkaufen und 1997 verließ sogar Gründungsvater Bruce Pavitt Sub Pop. Aber ich will nicht zu viel aus den Geschichtsbüchern vorlesen, schließlich ging es ab 2000 wieder aufwärts für das Label und statt Grunge setzte man auf einen neuen Sound zwischen feinstem Indiepop, Postpunk und vielen weiteren interessanten Genres. Gott sei Dank.

Alle guten Bands auf Sub Pop an dieser Stelle vorzustellen wäre so gut wie unmöglich, deshalb beschränke ich mich auf drei. Wer immer noch nicht genug hat, der wirft einen Blick auf die Links weiter unten oder macht sich auf der Label-Homepage schlau.

Cansei De ser Sexy
5 Frauen, ein Mann, aus São Paulo und hipp bis zum Anschlag. Soweit die Fakten. Was noch bleibt ist diese Musik die einen nicht ruhig sitzen lässt und schlechte Laune bereits im Keim erstickt. Kennengelernt haben sich CSS erst 2003 in Clubs und durch das Internet. Und genau dort kam ihre Musik auch so wunderbar an, ihre Hits lassen die Partymeute hektisch wie Flummis tanzen und ein Hype ging durch die Blogs dieser Welt. Zum Beispiel auch durch diesen hier, wenn auch ein bisschen spät.

Band of Horses
Ben Bridwells und Matt Brookes haben mit ihrer neuen Band (of Horses) bis jetzt zwar nur ein Album veröffentlicht, allerdings bietet das schon genug Gründe die ehemaligen Carissa’s Wierd-Musiker als mögliche neue Lieblingsbands zu ernennen. Die Zäh- und Traurigkeit von einst ist passé und macht einem luftigeren und befreiteren Mix aus Indierock, Alt-Country und Folk den Weg frei.

Sunny Day Real Estate
Eine weit längere Bandgeschichte als die beiden bisher vorgestellten Gruppen haben Sunny Day Real Estate hinter sich. Und leider auch tatsächlich hinter sich, denn die Band rund um Jeremy Enigk löste sich 2001 auf. Häufig werden SDRE mit frühen Emobands in einen Topf geworfen, dabei ging da so viel mehr. Sie standen sicherlich anfangs für einen ganz eigenen Sound, einer der Emo-Core zugänglicher denn je machte, allerdings erspielte man sich auch andere Felder. Auf “The Rising Tide” (das letzte Album von SDRE und auch als einzigstes nicht auf Sub Pop erschienen) lassen sich beispielsweise einige herrlich melancholische Popsongs, die von Enigk mit extrem hoher Stimme besungen werden, finden. Klingt in der Beschreibung eventuell ein bisschen komisch, ist aber zum Schluchzen schön.

Band of Horses Video

Downloads und Videos:

Abschließend bleibt zu sagen, dass auch nicht alles was auf Sub Pop erscheint eine Offenbarung ist, aber es gibt wahrlich verdammt viele Perlen zu entdecken. Und für genau dieses lohnt es sich einmal näher mit diesem längst nicht mehr ganz so kleinem Label aus Seattle zu beschäftigen.

Blauer Pfeil
Kategorie: Labelcheck / 08.03.07 / Kommentar hinzufügen
Labelcheck: Dial Records

Hiermit hebe ich eine neue Kategorie aus der Taufe: Labelcheck. Diese Idee kam mir heute beim Harken (Ja, ist so) und an dieser Stelle werde ich ab sofort versuchen in unregelmäßigen Abständen ein paar Plattenfirmen (also Labels) vorzustellen, die es meiner Meinung nach auch verdient haben.

House, Techno, Minimal, Experimental – Nenne es, wie du es willst, den Kern triffst du nie. Und der Versuch den Sound von Dial Rec aus Hamburg mit Worten zu beschreiben ist sowieso zum Scheitern verurteilt. Hier ein weiterer.

Lawrence alias Pete, Pawel alias Turner und Carsten Jost alias Dave gründeten Dial Rec im Jahre 1999 um auf diesem kleinen Label ab sofort ihre Schleiertracks rauszuhauen. Die gerade Bassdrum sitzt immer noch, allerdings nicht stampfend, wenn schon dann vielmehr treibend. Manchmal auch zurückgenommen und verträumt, immer irgendwo zwischen den Stühlen.

Dialboys

Ich kenne nicht jede Dial-Platte. Aber Lawrence’ Musik zum Beispiel kenne ich nun schon eine ganze Weile und sein Album “The Absence of Blight” ist sowas wie ein kleiner Klassiker minimalistischer Elektronika. Bei Carsten Jost geht die Sache schon ein bisschen mehr nach vorne, allerdings ohne den typischen Dial-Sound zu verlieren. Und wer sein Album nach einer Zeile von Dylan benennt, der sammelt bei mir sowieso sofort Symphatiepunkte (Album: “You don’t need a weatherman to know which way the wind blows”). Wenn dabei ein Hauch von politischem Statement durch Beats und Songtitel blubbert, dann ist das durchaus auch Sinn der Sache. Die Dial-Leute verlinken ja nicht umsonst auf ihrer Homepage die Seiten von Antifa und Indymedia. Man darf wirklich gespannt sein, was bei Dial als nächstes alles ansteht. Das Pantha Du Prince Album wird sicherlich ein Traum, zumindest lässt das der erste Vorab-Track “Saturn Strobe” erahnen (Ausnahmsweise wird dafür sogar mal auf MySpace verlinkt). Dial, ich flieg’ drauf!

Ich muss zugeben: Eine wirklich kurze Labelvorstellung war das jetzt. Aber hey, jede neue Kategorie fängt mal klein an und jede Minute die ihr nicht mit dem Lesen von duffbeers.de verschwendet, gilt es mit dem Hören von Lawrence und Co. zu verbringen. Als nächstes Label ist an der Reihe: Subpop.

Blauer Pfeil
Kategorie: Labelcheck / 08.11.06 / 1 Kommentar