Was so alles im Oktober 2006 geschrieben wurde:
Icke & Er sind rischtig jeil

Das ist sicherlich schon wieder alter Hut, aber besser spät als nie gefunden. Icke & Er machen allerfeinsten Anti-Rap (Oder wie soll man das sonst bezeichnen, wenn jeder Reim aus “geil” und “ab” besteht?) zwischen lustig und irgendwie tatsächlich gut.

Icke & Er

Immerhin landeten die beiden Jungs mit den aufgesetzten Rotzbremsen auf Four Music, dem Label der Fantastischen Vier und Heimat von sonst so ernsten Künstlern wie Clueso oder Joy Denalane. Single kam diesen Freitag raus, ich gucke jetzt schon zum zwölften mal das YouTube Video und damit die Punchlines wirklich sitzen hier der ganze Text:

Geh’ ick mit meinen Kumpels in’n Club. Richtig geil.
Ha’ick keene Kumpels, keinen Club. Auch richtig geil.
Bin ich morgens jut drauf is dit richtig geil.
Ha’ick urst scheiss Laune is dit richtig geil.
Jibt et Rippe mit Jemüse sa’ick richtig geil
Jibt et korrekte Bratwurst. Find ick richtig geil.

Korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, dit jeht ab hier
Korrekt, korrekt, jefällt ma, geht ab, wa?
Es jefällt ma so, es jefällt ma so, wa?

Ick und meine Homies is dit richtig geil
Ick und keene Homies is dit richtig geil
Ha’ick Stress zu hause. Is dit richtig geil.
Ist zu hause allet ne Wolke. Richtig geil.
Ist Weihnachten und Ostern is dit richtig geil.
Is irgendwat im November is dit richtig geil.
Bin ick mal im Urlaub ist dit richtig geil.
Bin ick in Berlin, Alter, richtig geil.

Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Was geht ab, was geht ab, was?

Party hier, Party da. Richtig geil.
Nüscht los. Nüscht los. Richtig geil.
Ha’ick wat zu tun ist dit richtig geil.
Ha’ick nie wat zu tun, hey richtig geil
Ick und ne jeile Villa is dit richtig geil.
Ick in der ursten Butze is dit richtig geil.
Ha’ick ne große Karre is dit richtig geil.
Ha’ick nich mal nen Führerschein, Alter, richtig geil.

Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Was geht ab? Es gefällt ma so.
Ick sach korrekt, Jungs, es geht ab.
Es ist richtig geil.
Ick sach korrekt Jungs, korrekt Jungs dit jefällt ma so.
Ick sach es geht ab, es geht ab, es ist richtig geil
Ick sach, es geht ab, es geht ab, es ist richtig geil
Was geht ab?

Ha’ick nen ursten Job is dit richtig geil.
Bin ich mal wieder auf Stütze, auch richtig geil.
Muss ich morgen in den Krieg, is dit richtig geil
Kann ich noch ein bischen Playstation spielen richtig geil
Ha’ick ordentlich was zu tun richtig geil
Ha’ick nie was zu tun ick sach’s euch richtig geil
Meine Mutti mies drauf sa’ick mir richtig geil
Is meine Mutti jut drauf find ich dit auch richtig geil

Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab
Ick sach korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab Jungs
Korrekt, korrekt, jefällt ma, jeht ab.
Ick sage mal so. Ähm.
Korrekt, korrekt, ähm, Jefällt ma, dit ähm jeht ab
Korrekt, wa, korrekt, wieder mal, dit jeht ab
Ick sage mal so korrekt
dit jefällt ma so, dit jefällt ma so.

Wenn dat jetz’ alle lustisch finden, is’ dat rischtig geil. Finde nur icke dat mal wieder jut, ick sach euch, richtich jeil.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 22.10.06 / 2 Kommentare
Popnews: Neu und empfehlenswert

Die Long Winters sind wieder da und legen ihr zweites Album vor. Ähnlich wie die Songs auf ihrem ersten Album, braucht auch das neue Werk “Putting the days to bed” ein wenig länger um zu zünden. Doch nicht umsonst zählt die Band Leute wie den R.E.M.-Gitarristen Peter Buck zu seinen treuen Fans und Bewunderern. Lässiger Poprock in Bestform und in diesem Herbst dann auch auf Tour bei uns. (Album: Putting the days to bed / VÖ: 8. September 2006)

Kevin Hamann’s Musik erkennt man vor allem an drei Dingen: Der Kontrast zwischen Ruhe und Hektik der in ihr liegt, diese verwirrenden Songtitel und die Begeisterung die sie bei einem auslösen kann. Unter dem Namen Clickclickdecker veröffentlicht er Songs zwischen Gitarrenpop und Elektrogedaddel, mit Texten genauso kryptisch wie den Punkt genau treffend und Melodien zwischen sehr gut und noch besser. (Album: Nichts für Ungut / VÖ: 25. September 2006)

Die Thermals kommen aus Portland, stammen eigentlich alle aus anderen Bands und schrammelten erstmals 2002 einfach nur so zum Spaß ein bisschen im Proberaum zusammen herum. Ben Gibbard, u.a. Sänger von Death Cab for Cutie, war begeistert und brachte das Trio zum Kultlabel Subpop. Seit langem mal wieder ruppiger Rocksound, der mich wirklich begeistert, hier reichen sich Indiepop und Punkrock die Hand und aus den Verzerrern wird rausgeholt, was rauszuholen ist. Mal bitte Platz machen, hier kommen die Thermals! (Album: The Body, The Blood, The Machine / VÖ: 1. September 2006)

Giardini di Mirò scheinen vielseitig talentiert zu sein. Corrado Nuccini, der Gitarrist der italienischen Post-Rock Band, bringt mit seinem ersten Album “Matters Of Love And Death” ein Werk heraus, das es sich zwischen HipHop, Electronica und Gitarrensound bequem macht – Und außerdem ganz weit oben in den Jahrescharts zu finden sein wird. Ein fantastisches Album das auf Konventionen scheißt und die Lücken zwischen den Genres schließt. (Album: Matters Of Love And Death / VÖ: 4. September 2006)

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 14.10.06 / Kommentar hinzufügen
Undo Silence

“Die Botschaft ist unmissverständlich: Lehn dich zurück, schließ die Augen, lass die Gedanken schweifen und genieß ganz einfach das, was du gerade hörst. Dann wirst du erleben, wie wunderbar es ist, wenn Träume sich lösen. Du fühlst dich beschwingt, hebst ab und gleitest dahin auf einer Melodie, die endlos sein könnte.” – Lausitzer Rundschau, 8. September 2006

Es ist heutzutage relativ schwer etwas Neues, Anderes und Frisches zu machen. Alles war schon mal irgendwie da und sobald man eine Gitarre zur Hand nimmt, läuft man Gefahr als Kopie von irgendwem und irgendwas abgestemptelt zu werden. Stephan Homa und Alexander Günther sind Undo Silence und machen es richtig. Die alte Plattitüde “Weniger ist mehr” macht bei den beiden tatsächlich Sinn und mit ihrem reduzierten Sound heben sie sich vom Rest der lokalen Musikszene ganz schön ab. Natürlich im positiven Sinne.

Blauer Pfeil
Kategorie: Plattenkritiken / 10.10.06 / 2 Kommentare