19.07.2007 / Scheune, Dresden. Die Scheune in Dresden ist kein Überclub wie es sie in Berlin oder anderswo gibt, hier reichen sich nicht jede Woche mindestens drei hippe Bands das Zepter der Coolness weiter. Es ist schön, dass dort überhaupt noch eine Band in unregelmäßigen Abständen auftritt, denn die Scheune stand letztes Jahr schon kurz vor der Schließung. Es wäre ein Jammer gewesen, schließlich sah ich dort schon Bernd Begemann, Stars oder auch The Whitest Boy Alive, Konzerte die allesamt mindestens in meinen Top 10 auftauchen. Und das liegt nicht ausschließlich daran, dass ich relativ wenig Konzerte besuche. Ob es die Hidden Cameras auch in die Liste meiner Konzert Hall of Fame schaffen sollten, das entschied sich an diesem sehr warmen Abend.
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Schon etwas länger hatte ich das kanadische Kollektiv rund um Sänger und Songwriter Joel Gibb (mittlerweile in Berlin lebend) ein wenig vernachlässigt, ihre Songs schafften es nur noch selten in den letzten Monaten in meine Playlisten. Umso größer war dann die Freude über ein fantastisches Konzert. Ich wusste zwar, dass das eine sehr gute Band ist, aber wir direkt einen Songs wie “A Miracle” treffen oder Hits à la “Lollipop” zum Tanzen bringen können, das hatte ich fast schon vergessen. Wie gut, dass mich die Band selber direkt nach dem ersten Song wieder daran erinnerte.
Aber ganz ohne Erwartungen ging ich dann doch nicht in diesen Abend. Die Hidden Cameras spielten schon in Kirchen, alten Sex-Kinos oder Bordellen, dagegen erscheint ein Ort wie die Scheune geradezu bieder. Würden sie zu sechst oder doch mit 16 Leuten auftreten, wieviel hält die Bühne des kleinen Clubs überhaupt aus? Und: Stehen am Ende mehr Leute auf der Bühne als im Publikum, schließlich wurde nicht wie bei anderen Konzerten groß Werbung gemacht oder Flyer verteilt.
Als wir ankamen, es war ca. 22.00 Uhr, konnte man immernoch nicht rein, die Türen blieben bis zum Konzertbeginn geschlossen. Nach 15 Minuten erklangen allerdings schon erste Töne aus dem Innenhof und die 8-köpfige Band kam mit Kaputzen bedeckt die Treppen hinauf und es konnte losgehen. Wie auf den Alben wurde eine Mischung aus schnellen, sehr poppigen Stücken und melancholisch langsamen Songs gespielt. Also nicht nur aufgrund der zahlreichen verschiedenen Instrumente sehr abwechslungsreich das Ganze, vor allem aber kein bisschen langweilig. Zweimal noch mussten sie auf die Bühne, der Korg hatte den Geist schon aufgegeben, doch dann war ein wunderbares Konzert zu Ende und ich bin sicherlich nicht der Einzige, dem die nächsten drei Tage diese Melodien einfach nicht mehr aus dem Kopf gingen. Prädikat: Absolut empfehlenswert.
PS: Weder Konzertfotos, noch vernünftige MP3s, wie schwach. Aber für ersteres bin ich immer zu faul und die Sache mit den MP3s: Ich fand einfach keine vernünftigen in den Weiten des Netzes, sorry.