Was so alles im Mai 2009 geschrieben wurde:
House of House

Dass Olivier Spencer und Saheer Umar alias House of House mit ihrem Track “Rushing To Paradise (Walkin These Streets)” ein ziemlich starkes Monster zwischen House und Disco geschaffen haben, dürfte sich rumgesprochen haben. Während viele wie ich auf Nachschub warten, hauen die beiden heute erstmal einen Promo-Mix mit allerhand Klassikern (Full Swing, Robin S) und neuerem Stuff (JC Freaks, Frozen Border, Levon Vincent) raus.

House of House

Kurzweilig und abwechslungsreich – wenn auch leider viel zu kurz. Hier geht es zum Stream auf der Little White Earbuds Seite.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 21.05.09 / Kommentar hinzufügen
Grizzly Bear

Seit zwei Wochen läuft “Two Weeks” von Grizzly Bear jetzt schon bei mir in Dauerrotation. Bisher hatte ich die vierköpfige Band aus New York so gar nicht auf dem Schirm, dabei fahren die Indiestreber aus Brooklyn mit ihren Alben und EPs bereits seit 5 Jahren immer wieder Bestnoten bei Pitchfork und co ein. Mit ihrem neuesten und nächste Woche erscheinenden Album “Veckatimest” haben sie jetzt aber auch endlich mich gepackt.

Grizzly Bear

“Two Weeks” ist ein wahnsinnig fluffiger Popsong zwischen Fleet Foxes und Modest Mouse – um mal ein paar aktuelle und durchaus bekannte Referenzbands zu bemühen. Wer mit barock anmutenden Gesangsharmonien nicht viel anfangen kann, sollte die Finger davon lassen, alle anderen werden vielleicht genauso begeistert sein wie ich. Als weiteren Vorgeschmack auf das Album gibt es noch den Track “Cheerleader” auf der Grizzly Bear Homepage zu finden, ein sehr verträumtes und wiederum hallreiches Stück. Einfach perfekt.

Bonus: Für Freunde des gepflegten Indie-Frenchhouse-Disco-Schlagers gibt es “Two Weeks” auch noch im Fred Falke Remix. Ich bleibe diesmal allerdings lieber beim Original.

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 21.05.09 / 4 Kommentare
The Village Orchestra

Freunde von Monolake, Vladislav Delay oder Fennesz haben sicherlich auch schonmal von The Village Orchestra gehört. Hinter diesem Namen steckt allerdings kein komplettes Orchester, sondern der Schotte Ruaridh Law. Im Jahr 2004 brachte er auf dem Label Highpoint Lowlife sein erstes Album namens “Et In Arcadia Ego” heraus und genau das gibt es seit einiger Zeit gratis zum Herunterladen (Links am Ende des Beitrags).

The Village Orchestra

Can you provide those who may not know you with a bit of background info?

“Ok…my names Ruaridh, I come from just outside Glasgow. I’ve been making music since I was about 15 or so, firstly as part of The Marcia Blaine School for Girls, a perennially under-achieving group that did all kinds of things but were sort of pigeonholed into the ‘idm/electronica’ sphere, and then later under some other names. I did an album of ambient techno as The Village Orchestra, a 7” and a couple of ultra obscure drone guitar albums as Accrual, and some other things. Now I’m concentrating on The Village Orchestra (or sometimes TVO), recording deep techno and abstract ambient stuff.”

Deep Techno, Abstract Ambient Stuff, das trifft es sehr gut. Auch wenn sich in den neun Tracks der ein oder andere gerade Beat verirrt, so empfinde ich “Et In Arcadia Ego” doch als wunderschönes Ambient-Album. Während des Hörens bekommt man stellenweise gar nicht mit, wie sich die einzelnen Schichten immer weiter aufbauen und den Sound immer weiter modulieren und ausufern lassen.

Link: FACT Magazine Artikel / Direktlink: offline

Blauer Pfeil
Kategorie: Plattenkritiken / 14.05.09 / Kommentar hinzufügen
Passion Pit

Okay, wer mit Bands wie Neutral Milk Hotel, Modest Mouse oder Clap you hands say yeah nicht allzu viel anfangen kann, der braucht eigentlich gar nicht erst weiterlesen. Nicht etwa weil Passion Pit genauso wie die genannten Bands klingen würden, sondern weil sie eine bestimmte Sache mit ihnen gemeinsam haben: Nämlich einen Sänger mit einer sehr ungewöhnlichen Stimme. Aber neben ebendieser und dem fantastischen Bandnamen (ich meine: “Passion Pit” … wieso ist da vorher noch niemand drauf gekommen?) hat diese Band noch einiges mehr zu bieten. “Chunk of Change” heißt die erste EP und bald gibt es auch ein Album (“Manners”).

Passion PIt

Die Hintergrundgeschichte zu Passion Pit ist beinah genauso herzerwärmend wie ihre Musik: Zum Valentinstag des vergangenen Jahres machte Michael Angelakos (zweiter von rechts) seiner Freundin ein ganz besonderes Geschenk. Er schnappte sich ein paar Instrumente, setzte sich an seinen Laptop, nahm damit ein paar Songs auf und machte daraus eine CD. Also Songs statt Blumen, aber sicherlich gab es die dann auch noch dazu. Dieses besondere Geschenk machte schnell die Runde und ein paar Monate später kam ein Vertrag mit Columbia zustande. Doch Passion Pit blieb kein Soloprojekt, denn Angelakos holte sich noch 4 Bandkollegen ins Boot und genießt jetzt den Erfolg den er so gar nicht erwartet und vielleicht auch gar nicht gelant hat.

Der Falsettgesang passt perfekt zu den quirligen Songs, die zwar stehts ein bisschen zu überdreht wirken, aber nie nerven. Vielmehr steht hier alles auf der Schneide zwischen dem bisschen Wahnsinn was jedem großen Popsong gut tut und einer Briese Pathos. Und als wenn Angelakos Gesang an manchen Stellen nicht schon himmelhoch jauchzend genug wäre, wird dieser auch noch mit hochgepitchtem Backgroundgesang hinterlegt. Aber die Songs verlieren nie an Fahrt und haben genug Gehalt, um selbst den schrägsten Sänger dieser Welt zu tragen. Sechs perfekte Tracks für Leute denen Popmusik gar nicht abgedreht genug sein kann und für die das erst recht kein Widerspruch ist. Und seit langer Zeit habe ich mich nicht mehr so sehr auf ein Album gefreut, nächsten Montag soll es dann endlich erscheinen – auch wenn das Internet wie immer (leider) seine eigenen Veröffentlichungstermine hat.

Blauer Pfeil
Kategorie: Plattenkritiken / 13.05.09 / 3 Kommentare
Some greeting card bullshit

Dieser Tage erscheint endlich die dritte Vinyl-Auskopplung aus dem Album von Terre Thaemlitz alias DJ Sprinkles, und somit habe ich endlich nochmal die Gelegenheit bzw. einen Anlass darüber zu schreiben. Eigentlich hatte ich das schon viel früher vor, wollte dann aber noch abwarten und schauen, ob die anfängliche Begeistung auch hält – und wie sie hält. “Midtown 120 Blues” ist jetzt schon eine ganze Weile erhältlich und hat seine diversen Runden in der Blogosphäre gedreht, nichtsdestotrotz möchte ich dieses Album nochmal jedem ans Herz legen, der es bis jetzt noch nicht gehört hat.

Terre Thaemlitz

Seit vier Monaten gab es eigentlich fast keinen Tag, an dem ich nicht mindestens einmal dieses Album gehört habe. Das in letzter Zeit immer häufiger und beinah inflationär gebrauchte Wörtchen “deep” funktioniert bei Terre Thaemlitz nicht als Etikette die sich verkaufen soll. Vielmehr wird hier die Tiefe abseits des Dancefloors und seiner üblichen Regeln gesucht. Um im Club zu funktionieren, fehlt es den meisten Tracks ganz einfach an Druck (wovon der Motor City Drum Ensemble Remix allerdings eine Menge bietet – auch wenn sich dieser nicht auf dem regulären Album befindet) und doch ist das hier einfach, ja ich sag es, deep. Es geht um die Essenz von Housemusik, denn wie Terre Thaemlitz selbst sehr gut im Intro festhält: House isn’t so much a sound as a situation.

Den kompletten Text des fantastischen Intros gibt es hier nachzulesen.

Für mich ist das hier schon jetzt das Album des Jahres. Und das nicht nur wegen dem tollen Intro oder dem hinreißenden Ball’r, bei dem ich jedesmal auf’s neue schwer beeindruckt bin. Auch nicht nur wegen “House Music Is Controllable Desire You Can Own”, mit welchem ein alter House-Klassiker im Titel umgemünzt wird. Oder dem wunderschönen, fast zu Tränen rührenden “Grand Central, Pt. II (72hrs. by Rail from Missouri)”. Sondern weil es als ganzes funktioniert und ausgetretene Pfade verlässt. In the beginning there was Jack … und schön, dass nach über 20 Jahren Housemusik noch immer solche Perlen erscheinen. Pflichtplatte.

Blauer Pfeil
Kategorie: Plattenkritiken / 08.05.09 / 1 Kommentar
Fifty people, one question

Fünfzig Leuten wurde eine einfache Frage gestellt: “By the end of today, what would you wish to happen?” Hier sind einige der Antworten … plus eins. Musik: Four Tet.

“Hello, my name is Sascha, I’m from Jena, Germany. By the end of today … mh, what would I wish to happen? I wish that someone would write my seminar paper for me, so that I could engage myself in something that I really enjoy. Yeah, that’s it.”

So go ahead, ask yourself…

Gesehen bei: Vimeo.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 01.05.09 / 3 Kommentare
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