Was so alles im Mai 2010 geschrieben wurde:
Die Welt zu Ende gedacht

Vor einigen Jahren schrieb Marco Fuchs im Intro-Magazin einen knappen Text anlässlich des damals neuen Morrissey Albums “You are the Quarry”. Dieses habe ich nie wirklich gehört, doch der Text blieb hängen, bis heute. Aufsatzthema war “Morrissey and I”, wobei der alte Smiths-Frontmann selbst kein einziges mal Erwähnung findet:

why-dont-you-find-out-for-yourself

Wow, jedes mal wieder.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 15.05.10 / 1 Kommentar
Mix des Tages

Der Mix des Tages kommt heute von Frank TImm, der uns schon seit über zehn Jahren herrlich eigene Housebomben serviert. Zwar vergehen zwischen den Releases gerne mal ein paar mehr Monate als üblich, doch zum einen hat Timm noch andere Projekte am Start (zum Beispiel Smith N Hack zusammen mit Erik Wiegand alias Errorsmith) und zum anderen ist das, was unter seinen Aliasen “Soundstream” und “Soundhack” erscheint mehr als nur Standardware.

soundstream

Im März diesen Jahres spielte Frank Timm nun ein knapp zweistündiges DJ-Set im Rahmen der Red Bull Music Academy. Dieses gibt es auf der Homepage der Academy zu hören. Leider nur im Stream und auch noch ohne Pauseknopf, doch Anhören lohnt sich allemal, denn neben zahleichen Tracks von Soundstream selbst gibt es vor allem Klassiker satt auf die Ohren. Wer mir jetzt noch den ersten Track sagen kann, der wird mein persönlicher Lieblingsleser des Monats. Und wann erscheint eigentlich “All Night”, dieser beingeile Track von Tama Sumos Panorama Bar Mix? Haben wollen, ja, müssen!

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 13.05.10 / 1 Kommentar
Lieblingsblog

Fuck you very much” ist einer von zigtausend Tumblr-Blogs, momentan aber irgendwie mein liebster. Zwei Freunde aus Kopenhagen leben derzeit getrennt auf zwei verschiedenen Kontinenten dieser Welt und führen eine Art visuelles Tagebuch. Ein Bild und dazu ein Satz, mehr braucht es manchmal eben nicht um bestimmte Dinge auf den Punkt zu bringen. Und ich freue mich, wenn mir zirka zehn bis zwanzig mal am Tag mein RSS-Reader entgegenspringt und neue Einträge der Sorte “Fuck you very much” liefert. Denn fuck you is the new thank you.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 10.05.10 / 2 Kommentare
Dom

Während der Sommer irgendwie noch immer auf sich warten lässt, glaube ich ja mittlerweile schon zum zirka zwölften mal den perfekten Soundtrack für die anstehenden warmen Tage gefunden zu haben. Doch diesmal ist es definitiv, Dom haben einfach zu viele Hits, als dass ihre Musik nicht bis mindestens September jeden lauen Sommerabend versüßen könnte. Ganz genau genommen haben sie bis jetzt zwar nur eine EP names “Sun Bronzed Greek Gods” (Burning Mill Records) veröffentlicht, doch die sieben Tracks darauf sind mehr wert als manch aktuelles Album. Langweilig wird es mit dem gerademal 19 Minuten langen Debüt auf jeden Fall nicht.

Dom schreiben kleine Hymnen, die ihnen ohne große Mühe zuzufliegen scheinen, nichts klingt hier schwer oder bemüht. Umgarnt von watteweichen Synthmelodien, platzieren sich die Songs zwischen dem aktuellen Trend Chillwave und einer ganz eigenen, viel aufgeweckteren Spielfreude. Denn Dom haben Bands wie Memory House oder Washed Out eines voraus, sie sind nicht nur verträumt und schön, sie sind zudem auf ihre ganz eigene Art und Weise catchy. Während sämtliche Sounds und der Gesang pastelfarben hinter einer großen Hallwolke schimmern, sind da diese großartigen Hooks, die einen nach dem letzten Track der EP sofort wieder zurück an den Anfang bringen. Denn die Musik von Dom macht süchtig, nicht ohne Grund höre ich schon seit Tagen beinah nichts anderes mehr.

Blauer Pfeil
Kategorie: Plattenkritiken / 09.05.10 / 1 Kommentar
The National Konzert

Mein Mitbewohner, der gerade noch so eine Karte bekommen hat, war wahrscheinlich nicht der Einzige, der sich darüber wunderte, dass The National mittlerweile einen solchen Status in Deutchland geniessen. An einem Wochenende zwei restlos ausverkaufte Konzerte in Berlin, nicht etwa in den kleinsten Eckkneipen der Stadt, sondern in großen Clubs. Auf einmal überall The National, nicht mehr nur bei Pitchfork werden sie gefeiert, auch unclesallys und viele weitere Magazine erklärten das aktuelle Werk “High Violet” zum Album des Monats. Ich habe es noch nicht gehört, basierend auf den alten Großtaten von Matt Berninger und Co ist diese Entscheidung allerdings sicherlich berechtigt. Aber so toll die Alben der Band auch sind, das Konzert gestern war keine Offenbarung, es war vielmehr eine tief im Mittelmaß versackte Enttäuschung.

Das Huxleys ist ein für meinen Geschmack etwas zu großer Club, der diese Bezeichnung auf Grund seiner ganzen Sterilität auch gar nicht verdient hat. Überteuerte Garderobe, nervige Klofrau (!) und VIP-Lounge (?) mit eigener Security. Rock ’n’ Roll. Ersteindruck also schonmal eher scheiße, und mit der Vorband sollte es nicht besser werden. Buke and Gass, waren mir mindestens zwei Nummern zu bemüht anders. Die Songs wurden ausschließlich über die schleppende Bassdrum zusammengehalten, und auch sonst passierte nicht viel außer ständige Tempiwechsel und ein bisschen aufgesetzte Hysterie. Außerdem hat die Sängerin ihre Stimme bei Karen O geklaut, ha, erwischt!

Aber egal, mit dem Huxleys war ich in der Zwischenzeit schon fast per Du und Vorbands braucht sowieso kein Mensch, denn jetzt sollten ja The National kommen. Taten sie auch. Bläsersatz, yeah, Geige, yeah, Einstieg mit “Mistaken for Strangers” … yeah! Es folgte ein bunter Mix aus alten und neuen Liedern, aus Hits und ruhigeren Stücken. Lied fertig, Applaus, nächstes Lied, weiter, zack zack. Die Band machte ihre Sache gut, allerdings wirkte sie dabei leider ganz einfach wie eine sehr laute Jukebox. Die Songs wurden eins zu eins in den bekannten Alben-Versionen heruntergespielt, Variation suchte man vergebens. Den Rest schien es nicht zu stören, frenetisch wurde jede noch so kleine Geste Richtung Publikum von selbigem unhinterfragt gefeiert.

Als Krönung des Fremdschämens begab sich Matt Berninger auch noch auf Shakin’ Hands mit dem Publikum der vorderen Reihen – und wie sie klammerten, bah, nicht anzusehen. The National sind jedenfalls in einer Liga angekommen, in der scheinbar ganz automatisch ziemliche Idioten zu Konzertbesuchern werden und die Personen auf der Bühne viel mehr zählen als die Musik selbst. Da macht es dann auch nichts, wenn der Sound nicht wirklich gut ist und überhaupt ein bisschen die Leidenschaft fehlt. Nicht nur im Publikum, auch wenn sich Matt Berninger immer wieder mehr als bemühte und auch den Rest der Band in Form von Schreien und wilden Gesten zu pushen versuchte. Am Ende blieb trotz alledem ein fader Beigeschmack und es werden wohl ein paar Wochen vergehen, bis ich mich an das neue Album der Band herantraue. Einige Monate werden vergehen, bis ich für ein Konzert wieder mehr als zwanzig Euro ausgebe. Schade, aber vielleicht waren die eigenen Erwartungen auch einfach zu hoch.

Anschließend ging es übrigens noch in die Bar25, die es an diesem Abend schaffte, mir doch noch ein fettes Grinsen ins Gesicht zu zaubern. War das schön dort.

Blauer Pfeil
Kategorie: Konzerte / 09.05.10 / 1 Kommentar