Dieser Tage erscheint endlich die dritte Vinyl-Auskopplung aus dem Album von Terre Thaemlitz alias DJ Sprinkles, und somit habe ich endlich nochmal die Gelegenheit bzw. einen Anlass darüber zu schreiben. Eigentlich hatte ich das schon viel früher vor, wollte dann aber noch abwarten und schauen, ob die anfängliche Begeistung auch hält – und wie sie hält. “Midtown 120 Blues” ist jetzt schon eine ganze Weile erhältlich und hat seine diversen Runden in der Blogosphäre gedreht, nichtsdestotrotz möchte ich dieses Album nochmal jedem ans Herz legen, der es bis jetzt noch nicht gehört hat.
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Seit vier Monaten gab es eigentlich fast keinen Tag, an dem ich nicht mindestens einmal dieses Album gehört habe. Das in letzter Zeit immer häufiger und beinah inflationär gebrauchte Wörtchen “deep” funktioniert bei Terre Thaemlitz nicht als Etikette die sich verkaufen soll. Vielmehr wird hier die Tiefe abseits des Dancefloors und seiner üblichen Regeln gesucht. Um im Club zu funktionieren, fehlt es den meisten Tracks ganz einfach an Druck (wovon der Motor City Drum Ensemble Remix allerdings eine Menge bietet – auch wenn sich dieser nicht auf dem regulären Album befindet) und doch ist das hier einfach, ja ich sag es, deep. Es geht um die Essenz von Housemusik, denn wie Terre Thaemlitz selbst sehr gut im Intro festhält: House isn’t so much a sound as a situation.
Den kompletten Text des fantastischen Intros gibt es hier nachzulesen.
- MP3: Terre Thamlitz – Ball’r (Madonna-Free Zone)
- MP3: Terre Thaemlitz – Midtown 120 Intro
- Link: Dj Spinkles Interview und Mix für Little White Earbuds
Für mich ist das hier schon jetzt das Album des Jahres. Und das nicht nur wegen dem tollen Intro oder dem hinreißenden Ball’r, bei dem ich jedesmal auf’s neue schwer beeindruckt bin. Auch nicht nur wegen “House Music Is Controllable Desire You Can Own”, mit welchem ein alter House-Klassiker im Titel umgemünzt wird. Oder dem wunderschönen, fast zu Tränen rührenden “Grand Central, Pt. II (72hrs. by Rail from Missouri)”. Sondern weil es als ganzes funktioniert und ausgetretene Pfade verlässt. In the beginning there was Jack … und schön, dass nach über 20 Jahren Housemusik noch immer solche Perlen erscheinen. Pflichtplatte.
ey sascha!
danke für das schöne review! ohne dich hätte ich das album übersehen!