Von gefühlten neunzig Prozent aller Musik aus dem nicht elektronischen Bereich erfahre ich mittlerweile über eine Seite: Pitchfork. Die von Ryan Schreiber im Jahr 1995 zunächst unter dem Namen Turntable gestartete und ein Jahr später umbenannte Seite steht seit über 14 Jahren für stil- und geschmacksichere Reviews, Features, Interviews und alles was das Nerdherz sonst noch begehrt. Seit einigen Jahren gibt es sogar das Pitchfork Music Festival und jedes Jahr aufs Neue staunt man neidvoll angesichts des vielseitigen und spannenden Programms, welches in ähnlicher Form hierzulande maximal ein oder zwei Festivals bieten. Keine Frage, Pitchfork ist mittlerweile eine geschmacksbildende Institution. Wer als Band oder Solokünstler eine Bewertung aus den Randbereichen der von 0 bis 10 reichenden Skala erhält, kann sich einer nicht zu unterschätzenden Aufmerksamkeit sicher sein.
Jetzt baut Pitchfork aus. Wie heute auf der Webseite zu lesen ist, geht ab dem 7. Juli mit der Schwesterseite Altered Zones ein vielversprechendes Projekt an den Start. Hier wollen sich die Macher vor allem auf “leftfield pop, experimental, and home-recorded sounds” konzentrieren. Interessant ist dabei, dass Pitchfork dafür eine Vielzahl von etablierten Bloggern mit ins Boot holte und diese im wechselnden Rhythmus ihre liebsten Tracks und Alben vorstellen werden. Zum Start geht es gleich mal mit einem Feature zu den besten, aber am wenigsten beachtetsten Alben, mp3s und Kassetten-Veröffentlichungen des Jahres los. Wow. Man bräuchte einfach viel mehr Zeit um Musik zu hören, wer soll da noch hinterherkommen?