The New Wine

Vor ein paar Wochen sah ich The Whitest Boy Alive zum dritten mal live, und meinetwegen kann daraus auch gerne noch ein viertes und fünftes (und …) werden. Da die vier aber momentan, und das auch völlig zu Recht, genug Aufmerksamkeit mit ihrem neuen Album “Rules” bekommen, widme ich mich mal der ebenso fantastischen Vorband: The New Wine.

Die Band stammt aus Norwegen und begleiten TWBA (Achtung, nicht wundern, Abkürzung für Kenner) momentan noch auf ihrer Tour. Zunächst mal fiel der wirklich sehr ähnliche Sound auf, aber The New Wine als billige Kopie der großen musikalischen Brüder abzutun, wäre zu vorschnell geurteilt. Dank einiger stilistischer Parallelen waren The New Wine zwar eine perfekte Vorband für Erlend & Co, aber ein paar eigene Tricks und vor allem tolle Songs hatten sie dann doch im Gepäck.

The New Wine

Und davon kann man sich jetzt auch überzeugen, wenn man es nicht zu einem der Konzerte schaffte – unter anderem, weil TWBA fast überall für ausverkaufte Clubs sorgten. Auch hier wieder: Zu Recht! Aber nochmal zu The New Wine. Die veröffentlichten vor kurzem auf ihrem Bandblog (welcher sehr regelmäßig mit neuen Einträgen gefüttert wird, sollte ich mir mal ein Beispiel dran nehmen) vier Songs zum Gratisdownload. Im dazugehörigen Beitrag kann man sich alle vier Tracks einzeln runterladen oder das ganze als zip-Archiv ziehen, was natürlich die von mir empfohlene Variante ist.

“Communication” ist einer der wenigen Songs, die mir vom Konzert im Ohr hängen geblieben sind, was bei einer mir vorher total unbekannten Band aber schon ein große Leistung ist. Und auch jetzt ist das noch mein liebster Track von dieser, ähm, EP – wenn man das so nennen kann. Schlecht sind aber alle 4 nicht und somit ist der Download nicht nur Whitest Boy Alive Fans sehr ans Herz gelegt.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 27.04.09 / Kommentar hinzufügen
Dust and Grooves

Eilon Paz aus Brooklyn hatte eine tolle, wenn auch vielleicht nicht ganz neue, Idee: Er fotografiert Plattensammlungen und ihre Besitzer, zeigt sie beim Heben neuer Schätze auf Flohmärkten und stellt Fragen zu ihrer Passion. Die Antworten müssen dabei scheinbar keinem aus der Nase gezogen werden, Nerds reden eben gerne und viel über Musik.

Dust and Grooves

Der Blog dazu heißt Dust and Groove und ist bis jetzt noch recht überschaubar – was sich in nächster Zeit aber hoffentlich ändert. Genug Feedback im Netz gibt es schon und sicherlich noch zahlreiche weitere Verrückte, deren Plattensammlung es wert ist, abgelichtet zu werden. Also, Eilon, keep on keeping on …

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 26.04.09 / 1 Kommentar
Mayer Hawthorne

So, mal den Blog hier aus seinem viel zu langen Winterschlaf erwecken. Vorgenommen hatte ich es mir ja schon eine ganze Weile, aber den Stein ins Rollen brachte soeben erst Mayer Hawthorne mit seiner Band “The County”. Die Single “Just ain’t gonna work out” schaffte es ja schon in meine Jahrescharts 2008 und auch Mark Ronson war völlig von den Socken: “I have no idea what it is – old, new, it’s fucking good”.

Mayer Hawthorne

Jetzt folgt endlich die nächste Veröffentlichung auf Stones Throw und was soll man groß sagen: Fucking good. Stones Throw hat zum Glück die Spendierhose an und haut “Maybe so, maybe no” auch noch gratis als mp3 raus. Auch ein Album soll bald folgen, man darf also gespannt sein. Viel schief gehen kann aber eigentlich nicht mehr.

PS: Gerade noch gefunden: Mayer Hawthorne on BBC 1Xtra (Mayer Hawthorne was on the radio with Benji B on BBC 1Xtra last week debuting a number of new tracks from his upcoming album on Stones Throw: “Maybe So, Maybe No”, “I Wish It Would Rain”, “Green Eyed Love”, “Love’s Alright”.)

Nachtrag vom 30. April: Das hätte man mir ja auch mal eher sagen können: “Maybe so, maybe no” ist nur ein Cover, nämlich eines Songs aus dem Jahr 1969, gespielt von den New Holidays. Näheres dazu im fantastischen Soul Sides Blog, dort lässt sich auch der Originaltrack als mp3 finden. Klingt eigentlich sogar besser, mh.

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 25.04.09 / 2 Kommentare
Top of the Pops 2008

Ein weiteres Jahr und somit auch eine weitere Liste. Ich habe mal wieder im Archiv der vergangen 12 Monate gewühlt und meine meistgeschätzten Alben und Songs rausgesucht. Folgendes kam dabei heraus, wobei wie immer gilt: Morgen sieht diese Liste sowieso schon wieder ganz anders aus.

Top of the Pops
Top of the Pops

Menahan Street Band – Make the road by walking / Bon Iver – For Emma, forever ago / Hercules & Love Affair – H&LA / The Sea and Cake – Car Alarm / Quiet Village – Silent Movie / Ich, Alexander – Lieber traurig als wütend / Fleet Foxes – Album & EP / The Tallest Man on earth – Shallow Grave / Blue Sky Black Death & Jean Grae – The Evil Jeanius / This is Ivy League – This is Ivy League / (v.l.o.n.r.u.)

Top of the Songs
Top of the Pops

Craig Alexander – Soul Revival / Samamidon – Saro / Bon Iver – Re:Stacks / Portable – Release / Shrag – Forty Five 45s / Oh no oh my – The Boy with an Anchor / Mayer Hawthorne – Just Ain’t Gonna Work Out / Fleet Foxes – Innocent Son / Hauschka – Freibad / Sound Stream – “Live” goes on / (v.l.o.n.r.u.)

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 14.12.08 / 7 Kommentare
Popnews: Neu und empfehlenswert

Mit den letzten Blättern die noch träge von den Bäumen fallen und den immer kürzer werdenden Tagen ist das Sommerloch nun wirklich endgültig sowas von vorbei – und das natürlich auch in musikalischer Hinsicht. Es ist ja nicht so, dass 2008 bis jetzt wenig zu bieten gehabt hätte, ganz im Gegenteil, aber in den letzten Wochen kamen nochmal ein paar richtig tolle Alben und Songs heraus. Sich da mit nur, wie bei den Popnews sonst üblich, vier Vorstellungen zufrieden zu geben, genügt diesmal eindeutig nicht. Deshalb gibt’s heute mal die volle Packung, sollte also für fast jeden was dabei sein.

Blue Sky Black Death & Jean Grae – The Evil Jeanius (Baby Grande)

HipHop Album des Jahres? Ich denke ja. Jean Grae bewies schon auf etlichen Veröffentlichungen, dass sie den Flow gepachtet hat, aber was hier teilweise aus dem Hut gezaubert wird, da klappt einem die Kinnlade herunter. Blue Sky Black Death basteln außerdem die schönsten Beats seit langem, erinnert mich sehr an The Foreign Exchange. Sehr klassisch und vielseitig, zwischen straight nach vorne und absolut laid back. Falls man mit HipHop was anfangen kann, sollte man das hier gehört haben. Um es mal in ein Wort zu fassen: Dope.

Anspieltipps: Ahead of the game / Strikes / Away with me / Take it back.
Bvdub – Return To Tonglu (Quitus)

Für Fans von meditativen Dubsounds und Magenwandmassagen in Form von Subbässen ist Brock Van Wey alias Bvdub schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Auf “Return to Tonglu” erwarten den Hörer vier ausgedehnte (unter 10 Minuten geht hier gar nichts) Tracks voller mysthischer Ruhe und epischer Weite. Wer mit den Releases auf Styrax oder MoM etwas anfangen konnte, der wird auch hiervon garantiert alles andere als enttäuscht sein. Unbedingt auch mal die Mixe auf seiner Homepage checken.

Anspieltipps: Leider keine kompletten Songs als Hörprobe parat.
Hauschka – Ferndorf (130701)

Wem die Musik von Volker Bertelmann bisher kein Begriff war, der sollte spätestens jetzt mal genauer hinhören. Auf “Ferndorf” dominieren die klassischen Töne und machen doch immer wieder Platz für kleinere elektronische Klänge. Klassisch ist teilweise nicht nur die Instrumentierung, sondern aus die Kompositionen selber. Doch ähnlich wie bei GY!BE wird alles ins jetzt übersetzt und die Songs bauen teilweise eine ungemein dichte Atmosphäre und Spannung auf. Bestes Beispiel hierfür ist meiner Meinung nach das fantastische Stück “Freibad”, welches sich immer weiter in alle Höhen schraubt und einen die Schönheit dieser Musik deutlich macht. Womöglich deutlicher als viele der anderen Kompositionen, doch gibt man auch diesen etwas Zeit, kann man ein wunderbares Album für sich entdecken. Es lohnt sich.

Anspieltipps: Freibad / Alma.
This is Ivy League – This is Ivy League (Piccadilly)

Pop! Die Checker dürfen auch gerne Indie vorne dranhängen, aber die Quintessenz von diesem Album bleibt ein bunter Referenzmix der sich einmal quer im Gemüsegarten der letzten 30 Jahre Popgeschichte bedient. Und wenn “Visions of Tokyo” nicht eine eindeutige Reminiszenz (huch, schon das zweite durchaus komplizierte Wort in dieser Albumvorstellung) an die Beach Boys ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Eigentlich müsste man sich dieses Album für den nächsten Sommer aufheben, aber ich wollte ja damit aufhören, Musik nach Jahreszeiten einzuteilen, schlimme Angewohnheit. Egal, anhören!

Anspieltips: London Bridges / Komplettes Album als Stream.
The Lucksmiths – First Frost (Matinee Recordings)

Wo wir einmal bei Schlagwörtern wie Indie und Pop sind: The Lucksmiths haben auch ein neues Album!!! Da darf man mit Ausrufezeichen nicht zu sparsam umgehen, denn selbst ungehört würde ich meine Hand dafür ins Feuer halten, dass es wieder super geworden ist. Dieser Eindruck bestätigt sich bei den ersten Hördurchläufen natürlich und die vier Australier untermauern ihren Ruf als mindestens fünftbeste Band aus down under. Großen Erfolg werden sie leider auch mit diesem Album nicht haben. Beständig von der Presse hierzulande ignoriert, es gibt noch nichtmal ein Deutschland-Release. Und so wird das wahrscheinlich auch wieder einmal nichts mit einer Tour hierzulande, sehr schade. Das neue Album (und die alten) sollte man sich trotzdem anhören, liebgewinnen und kaufen. Ach, was heißt sollte, man muss.

Anspieltips: Good light / MySpace.
The Sea and Cake – Car Alarm (Thrill Jockey)

Ich kann mich auch komplett irren, aber bei The Sea and Cake habe ich das Gefühl, dass sie sich seit Jahren einfach nicht weiterentwickeln. Aber wozu auch, hier wird Musik eben noch als Dienstleistung verstanden, man bekommt was man erwartet und das ist bei dieser Band für gewöhnlich so einiges. Und auch auf “Car alarm” lassen sie uns nicht im Stich. Süßer Pop der auch kurz mal einen auf ruppig machen kann, dann aber doch wieder schwelgerisch mit leichten Bleeps und weiteren spielerischen Sounds flirtet. Wer will ihnen bei diesen Songs schon Stagnation auf hohem Niveau vorwerfen?

Anspieltips: Weekend / On a letter / New schools / Car Alarm.

Zum Abschluß noch drei kurze Tipps und der jeweils passende Link zu MySpace:

This Town needs Guns: Foals gone Emo. Stand mal irgendwo und ich stimme aus Mangel an alternativen und vor allem treffenderen Beschreibungen brav zu.

Deerhunter: Die Pitchforkmedia-Lieblinge haben ein neues Album draußen und bewegen sich damit wie immer zwischen Sperrigkeit und großem Pop. Brilliant.

Taron Trekka: Die Achse Berlin-Jena funktioniert. Mit “LoFi Autumn” haben sie den passenden Soundtrack zum düsteren Wetter da draußen im Gepäck.

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 02.11.08 / 3 Kommentare
Das kommt davon

Augen auf beim Plattenkauf! Oder doch besser zu? Denn wenn man einmal damit anfängt, hat man schnell mehrere dutzend von den Dingern in der Wohnung stehen, wo es doch dort bisher so gemütlich war. Ehe man sich versieht werden daraus hundert und kein Jahr später erreicht die eigene Sammlung den vierstelligen Bereich, so schnell kann’s gehen. Deshalb lieber gar nicht erst damit anfangen, denn sonst sieht’s bei einem zu Hause bald aus wie bei Paul Mawhinney. Der gute Mann begann den Fehler Platten zu sammeln und hockt jetzt auf immerhin 3 Millionen, das hat er jetzt davon.

Ein wirklich toller, wenn auch sehr kurzer, Bericht über den “Music Man” und seine Geschichte. Vielleicht hat der ein oder andere ja schon vor ein paar Wochen davon mitbekommen, ansonsten gibt es alles Wissenswerte zu Paul Mawhinney und seiner Sammlung nach dem Klick im Video.

Blauer Pfeil
Kategorie: Fundstücke / 02.09.08 / 1 Kommentar
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