Der Meister aller Stile

Kieran Hebden ist in musikalischer Hinsicht ein wahrer Tausendsassa. Egal ob er nun unter seinem Anonym Four Tet beeindruckende und wunderschöne Electronica-Alben aufnimmt, mit seiner Band Fridge Post-Rock zum Besten gibt oder sich mit Kollege Steve Reid an Jazz-Musik probiert – Es funktioniert immer. Hebden fühlt sich pudelwohl zwischen Electronic, Rock, Hip Hop, Jazz, Funk, Soul und Pop. Und vor allem möchte er eines nicht: Sich festlegen.

Als hätte er nicht schon genug zu tun, haut Hebden jetzt auch noch eine Compilation für die weltbekannte “DJ-Kicks“-Reihe heraus. Schon lange kommt es dabei weniger auf die Mix-Qualitäten der Künstler an, vielmehr zählen eine gute Auswahl an Tracks und die Vielfalt von Stilen, Genres und Einflüßen. Zuletzt machten bekannte Namen wie Erlend Øye oder Annie ihre Sache in Sachen DJ-Kicks sehr gut, doch Four Tet setzt noch eins drauf. Sein Mix macht vor fast keinem Genre halt und verliert dabei trotzdem nie den berühmten roten Faden. Immer schön im Flow bleiben.

Hebden gewährt dem Hörer einen kleinen Einblick in seine über 4000 Platten umfassende Musiksammlung und auf seiner Version der DJ-Kicks finden sich sowohl sehr aktuelle, als auch schon in die Jahre gekommene Stücke. Und obwohl zwischen Madvillain und Curtis Mayfield mal locker 30 Jahre liegen, harmoniert das alles wunderbar miteinander. Madvillain, Animal Collective, Gary Davis oder Quickspace Supersport – Als wären all diese Highlights im Verlauf der Compilation noch nicht genug, erwarten den Hörer am Ende noch meine beiden persönlichen Favoriten: Group Home’s “Up Against The Wall (Getaway Car Mix)” mit seinem fluffigen Beat (produziert von DJ Premier) und dem rollenden Piano ist ein HipHop-Track zum Dahinschmelzen. Den Abschluss dieses gelungen Mixes bildet ein 10 minütiges Bassgewitter der englischen Electronica-Helden Autechre. Hut ab!

Blauer Pfeil
Kategorie: Plattenkritiken / 20.08.06 / Kommentar hinzufügen
They do it like the rabbits do

Eine Ära neigt sich langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Mit “Funkelperlenaugen” (Pur) kann man schon jetzt dem letzten Konzert von Wateron entgegenblicken. Der geneigte Rock’n'Roll-Fan wird am 23. September diesen Jahres das letzte mal die Chance haben die drei Herren live auf einer Bühne zu sehen (Von der großen Reunion-Tour 2009 mal abgesehen). Stattfinden wird das Spektakel im Landei Lugau und es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Konzert nicht in die An(n)alen des Rocks eingehen wird. Doch noch ist es ja nicht so weit und die Band schenkt uns vorab noch ihre letzte EP “Do it like the rabbits do”.

Wateron Bandphoto

Nach langen Aufnahmen ist das Werk endlich fertig und die Mühe hat sich gelohnt. Irgendwo zwischen Motorpsycho und Franz Ferdinand treffen hier impulsive Gitarrenklänge und treibende Rhythmen auf Refrains mit Hitpotential. “Oh my god, he’s got a knife!” ist so eine Zeile, die sich einbrennt und für den lässigsten Ohrwurm der letzten Zeit sorgt. Für läppische 4 Euro sollte man sich schnellstmöglich die EP zulegen und das Abschluss-Konzert ist sowieso eine Pflichtveranstaltung.

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Wateron-Homepage und der MySpace-Seite.

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 13.08.06 / 3 Kommentare
Up with people

Auch wenn hier seit geraumer Zeit alles neu und irgendwie anders ist, möchte ich trotzdem eine gute Idee von der alten Homepage beibehalten, die Rede ist natürlich vom Duffbeers-MP3-Sampler. Eben dieser geht hiermit bereits in seine vierte Runde und ich hoffe die zusammengestellten Songs lassen die Endorphine des Hörers nur so hüpfen. Und wer nicht die Katze im Sack runterladen möchte: Der Sampler geht diesmal wieder in Richtung Indie-Pop-Rock, von fluffig bis treibend ist alles dabei.

Tracklist: (ein Großteil der Links wird sicherlich bald nicht mehr funktionieren)

01 Lambchop – Up with people (live)
02 Sean Na Na – Princess and the pony
03 Destroyer – European oils
04 Broken Social Scene – 7/4 shoreline
05 Death cab for Cutie – Title and registration
06 Nada Surf – Do it again
07 Arcade Fire – Rebellion (Lies)
08 Wolf Parade – Shine a light
09 Pinback – Fortress
10 The Clientele – Since K got over me
11 Okkervil River – Black
12 The Constantines – Love in fear
13 Band of Horses – The Great Salt Lake
14 Camera Obscura – If looks could kill
15 The Decemberists – Engine driver

Cover: Download (PDF-Dokument/2 MB)

Also wie immer: Songs runterladen und ordnen, CD brennen, Cover ausdrucken und ausschneiden, ab damit in die CD-Hülle und fertig ist die Bude. Viel Spaß beim Hören!

Blauer Pfeil
Kategorie: MP3-Sampler / 03.08.06 / 7 Kommentare
RadioEins Sommernachtskonzerte

Wie schon im letzten Jahr, werden auch 2006 wieder den kompletten August über die Sommernachtskonzerte auf RadioEins zu hören sein. Im Zeitraum vom 1. bis zum 21. August werden jeden Abend, jeweils ab 23:00 Uhr, Live-Konzerte von teils tollen Bands und Solokünstlern gesendet. Bei dem breiten Spektrum an Stilen sollte für jeden Etwas dabei sein, vielleicht sogar das ein oder andere Konzert, das man besuchen wollte, aber nie konnte. Endlich mal wieder ein triftiger Grund das heimische Radio anzuschalten, ist ja für viele schon fast eine Seltenheit geworden. Für die modernen Leute unter uns: Den Internet-Livestream gibt es ja auch noch.

RadioEins

Der beste Radiosender Berlin und Brandenburgs (Frequenzliste) ließ sich natürlich nicht lumpen und stellte ein amtliches Programm zusammen. Zu meinen Favoriten zählen mit Sicherheit Bands wie The Delays, The Wrens, Architecture In Helsinki, CYHSY, Belle & Sebastian, Jenny Lewis with The Watson Twins oder auch Josh Ritter. Gespannt sein darf man aber auch auf mögliche positive Überraschungen wie zum Beispiel Senor Coconut, Howe Gelb, Jason Collett und Tilly and the Wall. Was ich mit dem ganzen Namedropping eigentlich sagen will: Da geht so einiges – Einschalten!

Blauer Pfeil
Kategorie: Konzerte / 30.07.06 / Kommentar hinzufügen
Popnews: Neu und empfehlenswert

Den Anfang machen heute die Drive-By Truckers, welche bisher vollkommen an mir vorbeigegangen sind. Doch mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich das jetzt ändern, denn “A world of hurt”, das letzte Stück aus ihrem aktuellen Album “A blessing and a curse” verspricht so einiges. Das klingt nach der guten Sorte Country-Rock die man schätzt, wenn man Bands wie Wilco oder Uncle Tupelo kennt. (Album: A blessing and a curse / VÖ: 24. März 2006)

Ray LaMontagne, der Teufelskerl mit dem Soul in der Stimme, covert mit “Crazy” den Sommerhit 2006. Auch wenn das Stück nicht darauf zu finden sein wird, gibt er somit schonmal einen Vorgeschmack auf sein neues Album “Till the sun turns black”. Und damit lässt sich dann ideal die Durststrecke bis zum neuen Damien Rice Album verkürzen, mindestens. (Album: Till the sun turns black / VÖ: 29. August 2006)

Montt Mardié kommt aus Stockholm und ist ein Teil der Posse rund um das Label Labrador und Bands wie den Acid House Kings oder auch Lasse Lindh. Wem jetzt noch kein Licht aufgeht, was für ein Sound ihn hier erwartet: Nostalgische Pop-Hymnen treffen auf sommerliche Leichtigkeit mit dem nötigen Schuss Melancholie. Da geht einiges in Schweden! (EP: Science / VÖ: 17. Mai 2006)

Aus einem ganz anderen Genre kommen eigentlich die drei Herren von Who Made Who aus Dänemark. Bekannt geworden sind sie für ihren Discorock-Sound und bewiesen schon mehr als einmal, dass sie auch exzellente Live-Musiker sind. Mit ihrer neuesten Veröffentlichung reihen sie sich allerdings nahtlos in diese Ausgabe der “Popnews” ein. Die Tracks ihres ersten Albums wurden in ruhige Akustiksongs umgesetzt und das Resultat trägt den Namen “Green Versions”. Vom Disco-Sound zur Lagerfeuermucke, auch nicht schlecht. (Album: Green Versions / VÖ: 16. Juni 2006)

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 26.07.06 / 1 Kommentar
Hundstage

Es ist warm und fast allerorts sieht man tagsüber die Schweißperlen von den Stirnen rinnen. Das sind sie also diese Hundstage, die heißeste Zeit des Sommers. Heute gibt es passend dazu ein MP3-File von Matthew Dear zum Download. Sein Track “Dog Days” klickert und klackert lässig vor sich hin und sollte selbst die müdesten Beine noch ein wenig zum Wippen bringen. Allmusic nennt es “Micro-Pop-House”. Na dann, anhören!

Der Download stammt übrigens vom Pitchfork-Festival-Sampler 2006, zusammengestellt vom Onlinemagazin Pitchfork. Die veranstalten dieses Jahr mal wieder ein Festival mit einem Line-Up, das sich gewaschen hat: Aesop Rock, Danielson, The National, Tapes ‘n Tapes, Destroyer, Yo La Tengo und viele mehr. Aber natürlich findet das alles im weit entfernten Chicago statt. Na, immerhin gibt es etliche Downloads beim oben stehen Link, trösten wir uns einfach damit.

Blauer Pfeil
Kategorie: Popnews / 24.07.06 / 1 Kommentar
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